Also, es ist echt hart. Okey, ich hatte so eine Vermutung. Aber jetzt in diesem Augenblick bin ich ratlos. Sofort höre ich ein TickTack in meinen Ohren. Was mache ich jetzt? Noch kommt keine Panik auf, denn ich rede mir ein, dass es andere Wege geben muss.

Neuer Versuch – und wieder TickTack. Kann ich jemanden anrufen. Würde das helfen? Aber wen? Nein, das dauert zu lange für diese Kleinigkeit. Aber ich will es durchziehen – noch nicht aufgeben! Ja, es ist nur eine Kleinigkeit. Eigentlich. Bin ich so unfähig? Was wäre noch möglich? Ich könnte auf die Strasse runter und suche jemanden aus, der mir kompetent erscheint. Nein, auch blöd. Oder, ich besuche die Bibliothek auf der anderen Strassenseite. Also jetzt reicht’s. Jetzt google ich trotzdem! So geht es mir seit dem 1. Dezember. Seit diesem Datum bezahle ich für die Benutzung von Google. Jede Suchanfrage kostet mich Geld, welches an Jeder Rappen zählt (JRZ) gespendet wird. Ich bin seither im Schnitt sieben Mal pro Tag „schuldig“ geworden.

Könnt ihr euch vorstellen für euer Verhalten auf Google zu bezahlen? Wenn ihr das komisch findet, seid ihr damit nicht alleine. 20 Minuten berichtete über unser Experiment – an dieser Stelle: Vielen Dank! (http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/23491590?&additionalWidgetParams=)

Die Kommentarspalte füllte sich umgehend mit empörten Bürgerinnen und Bürger: „Was für ein Skandal – man soll jetzt auch noch bezahlen für eine Suchmaschine, man bezahle ja schliesslich schon Steuern und das Internet-Abo sei ja auch nicht Gratis. Und überhaupt, sollen die Linken Startup Studenten doch mal arbeiten gehen, statt für andere faule Menschen aus den anderen Ländern Geld zu sammeln. Und, dass das SRF auch noch das Geld sammelt von braven Eidgenossen für eine solche bodenlose, ja gar manipulative Aktion, ist auch ein Grund dafür, sofort ein JA zu stimmen bei NO BILLAG. Eine Frechheit!“ Aber ja, ein wenig kann ich nachfühlen. Bin ich doch selbst auch sofort in Bedrängnis geraten, als ich versuchte (und immer noch versuche) eine kleine Information ohne Google zu finden – und schlussendlich gab ich nach und zahle seither Geld für eine gute Sache. Skandal!

PS: Und wir wollen uns noch bedanken: da noch jemand uns das Kompliment gemacht hat, dass wir eine solches Experiment nutzen, um unser eigenes Produkt zu vermarkten, erwähnen wir es an dieser Stelle: Für Fragen von Mensch zu Mensch, egal ob es um eine Empfehlung geht, oder ob ich geschützt eine Tabu-Frage stellen oder gar anonym chatten möchte, benutze ich unsere eigene app ask mAsk – ohne Google und ohne zu bezahlen.

JS | 07.12.17