Unser „Jeder Rappen zählt“-Experiment ist vorbei. Wir haben in 19 Tagen über 680 Mal eine Suchmaschine benutzt und für jede Suche gespendet. Schon vor über 40’000 Jahren am Lagerfeuer war das beste Gesprächsthema nicht die Tatsache, dass ein Bär erlegt wurde. Nein, die beste Geschichte war, wie dem Bär das Fell über die Ohren gezogen wurde. In diesem Sinne war der erste Satz (weiter oben) die Tatsache. Nun kommen wir zum blutigen Teil:

Als wir euphorisch das Experiment starteten und versuchten andere zu überzeugen mit zu machen, hagelte es Absagen. Kaum jemand war bereit sein digitales Suchverhalten zu zählen und freiwillig dafür etwas zu bezahlen oder darauf zu verzichten – unmöglich. Nein, es ging nicht mal nur um etwas zu „bezahlen“, sondern für einen guten Zweck zu spenden. Wir standen praktisch alleine mit dieser Idee da. Dass wir alle an Suchmaschinen gewohnt sind, haben wir bereits in den vorgängigen Blog Beiträgen abgehandelt (Link). Und, dass uns allen diese Abhängigkeit keine Angst macht, hörten wir auch zur Genüge. Und, dass niemand bereit ist, für eine digitale Suche zu bezahlen, ist auch mehr als deutlich geworden.

Netzneutralität

Aktuell hoch im Kurs ist das Wort „Netzneutralität“. Vereinfacht gesagt: Alle Daten im Netz sollen gleich behandelt werden, das bedeutet, keine bezahlten Daten sollten priorisiert gezeigt werden. Das soll nun vorbei sein. Aber halt! Das ist doch heute schon so, oder nicht? Welche Inhalte sehen wir in unseren Timelines der Sozialen Netzwerke und was wird uns angeboten als Suchresultate bei Suchmaschinen? Neutrale Information oder bezahlte Inhalte?

Warum ist der Aufschrei aktuell so gross?

Weil wir nun dafür bezahlen sollen, dass wir unsere favorisierten Inhalte weiterhin sehen dürfen (Soziale Netzwerke, Messengers, Suchmaschinen etc.). Wer nicht bezahlt, sieht noch das, was von den Anbietern des Netzes (also neu nicht nur von den Anbietern der Sozialen Netzwerken und Suchmaschinen) geboten wird. Das erinnert uns ein wenig an das gute alte Fernsehen…

Wir können nicht mehr zurück

Fazit? Niemand wird bereit sein, für Inhalte im Internet zu bezahlen nach 20 kostenlosen Jahren. Stimmt doch, oder? Aber war es in der Tat gratis bisher? Nicht ganz: bezahlt haben wir mit unserem Nutzverhalten und der Abgabe unserer Daten. Und wir können nicht mehr zurück: Wir können uns nicht mehr vorstellen auf diese Dienste zu verzichten. Wir sind abhängig. Also werden wir vielleicht doch alle mitmachen und bezahlen? Und was hat das alles mit unserer App zu tun? Ja, wie gesagt, es geht nicht um den Bären.

JS | 22.12.17